Der Dämpfer als Paket im Gesamtfahrzeug
Bilstein entwickelt seit mehr als 45 Jahren erfolgreich Stoßdämpfer, die im Motorsport zum Einsatz kommen. Die Grundaufgabe ist dabei nach wie vor die gleiche: DerStoßdämpfer soll die Schwingungen der gefederten Massen schnell abklingen lassen. Der Dämpfer wandelt dabei die Schwingungsenergie in Wärme um. Die Zielvorgabe im Rennfahrzeug ist der maximale Kontakt zwischen dem Rad und der Rennstrecke. In diesem Zusammenhang spricht man davon, dass die Radlastschwankungen minimiert werden. Eine wichtige Nebenaufgabe des Stoßdämpfers ist es, die Fahrbarkeit und das Handling des Fahrzeugs zu beeinflussen. Die Rennfahrzeuge und die Reifen haben sich über die Jahre jedoch entscheidend verändert und stellen die Ingenieure von Bilstein immer wieder vor neue Aufgaben.
Wurde das Handling eines Tourenwagens lange Zeit fast ausschließlich durch die Stoßdämpfer und das Fahrwerk beeinflusst, so spielen heute auch die Aerodynamik und das Reifensetup eine immer größer werdende Rolle. Um diese Bereiche zu unterstützen, hat Bilstein in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte erarbeitet.
Der Unterboden sorgt an einem modernen Renntourenwagen für einen erheblichen Anteil des aerodynamischen Abtriebs, speziell an der Vorderachse. Dabei spielt der Abstand zwischen der vorderen Unterbodenplatte und der Fahrbahn eine entscheidende Rolle, denn nur in einem bestimmten Bereich des Bodenabstands wird ein maximaler Abtrieb erzeugt. Ein Verlassen des optimalen Bereiches führt zu unerwünschten Schwingungen an der Vorderachse und damit zu einem Abtriebsverlust. Im Zusammenspiel mit den Fahrzeug-Ingenieuren der Teams gelingt es Bilstein heute, über ein passendes Stoßdämpfer-Setup den durch den Unterboden generierten Abtrieb zu optimieren und dem Fahrer ein möglichst neutrales, auf ihn abgestimmtes Handling bereitzustellen.
Moderne Rennreifen erzeugen wahlweise ihren maximalen Grip für eine schnelle Runde, oder rund 90 bis 95 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit über eine längere Distanz. Primär werden die Eigenschaften von der Reifentemperatur und dem daraus resultierenden Luftdruck bestimmt. Dank individueller Einstellmöglichkeiten der Bilstein-Stoßdämpfer, kann auch über das Fahrwerk Einfluss auf die Reifenparameter genommen werden. Der Reifen absorbiert, genau wie der Dämpfer Schläge, die vom Fahrbahnbelag ausgehen. Je genauer und differenzierter sich ein Dämpfer justieren lässt, desto mehr Spielraum bleibt den Reifentechnikern beim Setup.
Um die maximale Leistung für Fahrwerk, Aerodynamik und Reifen entsprechend umzusetzen, hat Bilstein das Modulare-Dämpfer-System (MDS) mit einer sogenannten Two-Way-Inline-Verstellung entwickelt. Hierbei ist die Druck- und Zugstufe manuell über zwei Verstellräder in zehn nummerierten Positionen einstellbar.
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